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Aktionsplan Spreewald (BB)

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Lübbenau – Die 11. Spreewaldkonferenz heute im Lübbenauer Rathaus ist für Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger die erste Gelegenheit, um vor Ort den am Dienstag im Kabinett bestätigten „Aktionsplan Spreewald erarbeiten – Kulturlandschaft Spreewald aktiv gestalten“ vorzustellen. Das Maßnahmepaket wurde dem Brandenburger Landtag zugeleitet. Es soll nach der Befassung im Parlament zum Fahrplan für die weitere Entwicklung der kreisübergreifenden Spreewald-Region werden.

Die Spreewaldkonferenz ist eine Initiative von Landtagsabgeordneten der Region und fand zuletzt vor zwei Jahren statt. Neben dem Aktionsplan Spreewald geht es auch um die Reduzierung des Eisenoxids und den Wassertourismus.

Für den Aktionsplan Spreewald wurden, gemeinsam mit den regionalen Akteuren, Maßnahmen der Gewässerunterhaltung (Entschlammung der Spreewaldfließe), regelmäßig wiederkehrende Unterhaltungs- und Bedienungsbedarfe für Wehre und Schleusen sowie Investitionsmaßnahmen an Wehren, Schleusen und Brücken ermittelt. Weiterhin wurden Maßnahmen für die Landschaftspflege und Landnutzung konkretisiert und nach Prioritäten geordnet. Das Maßnahmenpaket stützt direkt und indirekt den nachhaltigen Wassertourismus im Spreewald. Im Ergebnis wurden drei Umsetzungsphasen definiert – kurzfristig 2019/2020, mittelfristig von 2021 bis 2025, langfristig ab 2026. Daraus abgeleitet ergibt sich der Finanzbedarf aus EU-, Bundes- und Landesmitteln. Für die Kurzfristmaßnahmen sind rund 20,5 Millionen Euro kalkuliert. Die Finanzierung und Umsetzung dieser  Maßnahmen ist vom Umweltministerium abgesichert. Phase 2 von 2021 bis 2025 steht mit 102,3 Millionen Euro zu Buche. Für die langfristige Phase 3 ab 2026 werden jährlich 14,9 Millionen Euro benötigt, außerdem einmalig 3,2 Millionen Euro, unter anderem für die Sanierung von Brücken zur Sicherung wichtiger Wegebeziehungen innerhalb des Spreewalds. Für die Mittel- und Langfristbedarfe ist festgelegt, dass, ab 2020 beginnend, die Bedarfe jährlich zu aktualisieren sind.

 

Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft in Europa  wurde bereits 1991 als Biosphärenreservat durch die UNESCO anerkannt. Zahlreiche Fließe der Spree mit einer Gesamtlänge von 1.575 Kilometern verteilen sich auf einer Fläche von 475 Quadratkilometern auf Teile der Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße.

Maßgeblich beeinflusst vom Wasserangebot des Bergbaus liefert der Spreewald als Lebens- und Wirtschaftsraum einen wichtigen Beitrag zur Strukturentwicklung der Region Lausitz. Im Vordergrund stehen der Tourismus und Wassersport sowie Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft.

Der ökologische Landbau erreicht hier – auch im nationalen Vergleich – beeindruckende Spitzenwerte. Im Biosphärenreservat Spreewald liegt der Anteil bei rund 69 Prozent. Mit einer kontinuierlichen Förderung soll dieser Anteil langfristig gesichert und weiter ausgebaut werden.

Für den Erhalt der spreewaldtypischen Landwirtschaft hat das Agrarministerium ein spezielles Kulturlandschaftsprogramm aufgelegt.

Die finanziellen Mittel für den Vertragsnaturschutz (VN) wurden erhöht. Die Integration des „Spreewaldwiesenprogramms“ in den VN ist erfolgt.